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Studierende der Angewandte beleben erfolgreich Dortmunds Kulturszene

Der Februar in Dortmunds Kulturszene war alles andere als trist und grau. Gleich mehrere erfolgreiche Veranstaltungen sind ein Beispiel dafür wie Studierende der Angewandten Studiengänge zunehmend das kulturelle Leben in Dortmund bereichern. Ein Rückblick.

 

Der Sound der Straße

Gleich drei mal luden Studierende der Angewandten Studiengängen im Februar 2011 zu eigens von ihnen veranstalteten kulturellen Events in Dortmund ein. Dabei handelte es sich keineswegs um die wackeligen ersten Gehversuche der kreativen von Morgen. Vielmehr steht nun fest: Die Studierenden der Angewandten Studiengänge sind ein Eckpfeiler des off-kulturellen kreativen Lebens in Dortmund geworden.

Los ging es am 10. Februar in der Hafenschänke Subrosa mit einem Abend aus Poesie und Hip-Hop. Frederik Schreiber aka SCHLAKKS ist ein Rapper aus Dorsten und studiert seit 3 Jahren Angewandte Literatur- und Kulturwissenschaften an der TU Dortmund. Ende des Jahres 2010 brachte Schlakks sein Solo-Debüt "Menschlich" heraus. Ruhr-School Hip Hop, old-school beats mit positiven Texten über das Leben als Mensch in unserer Region und der Gesellschaft generell. Eine Liebeserklärung an die Wurzeln der Hip-Hop Musik und eine erfrischend neue Mischung in einem sonst häufig einfallslosen Genre ind welchem die Musiker mehr Wert darauf legen sich gegenseitig zu beleidigen als ein Lebensgefühl zu vermitteln.

Unterstützt wurde Schlakks von Tobi Katze und Rainer Holl, beides Angewandte Literatur- und Kulturwissenschaftler aber vor allem Poeten, Autoren und Poetry Slamer aus Dortmund. Die beiden sorgten mit einer Mischung aus Poesie, Slam Texten und Spoken-Word Performances für ein gelungenes Vorprogramm. Urban Poetry und Ruhr-School Hip-Hop, der bunte Soundtrack für eine graue Stadt. Das fanden auch die rund 80 Gäste die den Laden fast aus allen Nähten platzen ließ. Mehr Fans bekommt dort nur der BVB.

http://schlakks.de | http://www.derkatze.de | http://www.automatopoesie.de | http://www.hafenschaenke.de |

Freddi

 

Publikum

Katze

Rainer Holl

 

Mit einer ungewöhnlichen Lesung und einem kleinen Rekord ging es in der darauf folgenden Woche weiter. Am 15.2.2011 gab der Dortmunder Autor Nordstadt Poet Rainer Holl sein Solo-Debüt bei der Veranstaltung ekamina im Sissikingkong. Ekamina ist Kulturversorger seit 2000. Ekamina bringt regelmäßig Literatur, Theater, Film und Tonkunst auf die Bühne. Ekamina liefert Zuspiel, Freispiel und Hörspiel und bedeutet Salonkultur auf der Höhe der Zeit. Rainer Holl setzt sich intensiv mit der Materialiät des Schreibens, sowie der Dramatik des Schreibprozesses auseinander. Er versucht, Literatur aus ihren üblichen Kontexten herauszureißen und sie ungewöhnlich in Szene zu setzen, wie unter anderem 2010 bei dem Projekt "Schreibmaschinenlyrik" ("Automatopoesie") auf der A40 beim Ruhr-Still-Leben.

Bei der Lesung im Sissikingkong welche unter dem Titel Mix:tape stand, gab es dann eine Collage aus Rainer Holls Werken des letzten Jahres. Das Programm begann mit einem Zusammenschnitt aus Aufnahmen aus Rainer Holl's Kindheit abgemischt mit groovigen Beats der Beastie Boys. Das zwei stündige Programm bestand aus nachdenklichen Texten, urkomischen Wortspielen und Performance Gedichten die in ihrer Zusammenstellung keine Langeweile aufkommen ließen.

Außerdem gab es noch einen kleinen Rekord zu feiern. Mit 94 zahlenden Gästen brach Rainer Holl den Zuschauerrekord aus insgesamt 10 Jahren ekamina!

http://www.sissikingkong.de | http://www.automatopoesie.de |

 

Mixtape1

Mixtape2

 

Den Abschluss der ungewöhnlichen Lesungsreihe machte die Hardboiled Krimi Lesung Studierender der TU Dortmund in der DEW21.

CSI löst jede Woche die kompliziertesten Fälle vor Millionen Zuschauern am Bildschirm. In Büchern jagen zurzeit Dan Browns und Stieg Larssons Kommissare ihre Gegner an der Spitze der Bestsellerlisten. Der Krimi funktioniert immer - und lässt sich inzwischen in unzählige Subgenres splitten. Das wohl zwielichtigste unter ihnen ist der „Hardboiled“. Ein Semester lang schrieben Studenten der TU Dortmund im Seminar „Literatur. Öffentlich. Machen“ an ihrem ganz eigenen „Hardboiled“.

Der typische „Hardboiled“-Detective ermittelt in einer Welt, in der die Sonne niemals scheint und Regen die düsteren Straßen hinunter läuft. Verbittert und zynisch handelt er einzig und allein nach dem eigenen Gesetz, mit dem er ein Stück Frieden in seiner durchweg chaotischen Umgebung schaffen möchte. Dabei begleiten ihn Zigaretten, Alkohol und eine Femme Fatale für körperliche Abenteuer. Von Tobias Rauh, selbst Absolvent der TU Dortmund und inzwischen freiberuflicher Autor und Filmemacher, lernten die Studenten seit Oktober 2010 alles, was sie über rücksichtslose Detektive wissen sollten und welches Handwerk es für einen guten Krimi zu beherrschen gilt.

Das Seminar „Literatur. Öffentlich. Machen.“ fand bereits mehrmals unter der Gesamtleitung von Ute Gerhard und Wolfgang Bödeker in den Räumen von DEW21 statt. Es zeichnet sich besonders durch den hohen Praxisanteil aus: Die Studierenden kreieren Geschichten, schreiben, tauschen ihre Entwürfe aus und kritisieren einander.

Die Ergebnisse dieses Prozesses wurden am 18. Februar bei der Krimi Lesung im Foyer der DEW21 präsentiert. Vor über 100 Zuschauern wurden die besten 7 Krimis gelesen. So gab es beispielsweise frittierte Leichen, einen DDR-Krimi der um einen verlorenen Mantel kreiste, zwei Frauen in einem Boot und den Hardboiled Krimi einmal anders.

Wer gerne wissen möchte wie sich sowas anhört, der kann sich unter folgendem Link den WDR2 Beitrag zur Veranstaltung anhören.

 

http://www.wdr2.de/common/audioplayer.jsp?id=4ef94f84-f76a-494a-ae06-7571b1266007

www.derkatze.de | http://dew21kultur.de |